Digital. Virtuell. Posthuman?

Magdalena Kröner versammelt die relevantesten neuen künstlerischen Ansätze, Thesen und Ideen zum künftigen Verhältnis von Mensch und Maschine. Welches sind Möglichkeiten und Abgründe neuer digitaler Körpermodelle, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und virtueller Realität gegenwärtig geschaffen werden?

Magdalena Kröner versammelt die relevantesten neuen künstlerischen Ansätze, Thesen und Ideen zum künftigen Verhältnis von Mensch und Maschine.

Welches sind Möglichkeiten und Abgründe neuer digitaler Körpermodelle; neuer „Parallelkörper“, die mit Hilfe von Robotik, Biometrie, künstlicher Intelligenz und virtueller Realität gegenwärtig geschaffen werden? Ein ausführlicher Essay, ein umfassender Bildteil, Interviews und Hintergrundgespräche beleuchten die Komplexität dieses neuartigen digitalen, hybriden Bildkosmos, der oftmals außerhalb der klassischen Diskurse und Institutionen der Gegenwartskunst entsteht.

Der einleitende Essay „Digital Bodies – Virtuelle Körper, politisches Embodiment und alternative Körperphantasmen“ stellt zentrale Fragen zu Digitalität, Aspekten von Trans- und Posthumanismus, Aktivismus und Netzkultur. Magdalena Kröner blickt auf die Ursprünge historischer Mensch- Maschine-Phantasien seit der Industrialisierung, die poststrukturalistischen Überlegungen und Theorien der ausgehenden 1980er Jahre und ihren Einfluß auf die bildende Kunst und betrachtet schließlich die aktuellen ästhetischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungen im Bezug auf digitale Kultur und Technologie.

Was verbirgt sich hinter Schlagworten wie Computational DesignExperiental Consumption und Deep Learning? Welchen Einfluss hat queere Kultur auf den Genderbegriff der gegenwärtig entstehenden, digitalen Körper? Und was meinen die Transhumanisten, wenn sie vom Menschen als „Meat Machine“ sprechen?

Mit Blick auf Indien und China zeigt Magdalena Kröner, welche problematischen Konsequenzen die Anwendung von Big Data und biometrischen Erfassungsprogrammen hat, wenn sie als Mittel politischer Machtausübung und sozialer Kontrolle angewandt werden.

Ein umfassender, kommentierter Bildteil veranschaulicht mit 20 ausgewählten Positionen die im Essay aufgeworfenen Fragen und stellt aktuelle künstlerische Tendenzen und innovative digitale Protagonisten vor.

Die hier vorgestellten Künstler, darunter Banz & Bowinkel, Louisa Clement, Eli Cortiñas, Martine Syms, Stine Deja, Joey Holder, Avery Singer und Anna Uddenberg, arbeiten interdisziplinär, medienübergreifend und immersiv. Sie stehen für ein neues künstlerisches Selbstverständnis und die Überwindung überkommener Genre- und Werkbegriffe.

In vertiefenden Gesprächen mit etablierten, internationalen Künstlern diskutiert Magdalena Kröner ästhetische Aspekte von Digitalität und deren individueller künstlerischer Ausdeutung.

So spürt Zach Blas in seinem Werk die diskriminierenden Potentiale biometrischer Körpererfassung im Alltag auf. Er entwirft alternative, queere Körpermodelle und diskutiert Vorschläge für Kunst als Möglichkeit der Tarnung. Stephanie Dinkins erklärt den Zusammenhang von künstlicher Intelligenz, menschlichen Bedürfnissen und Aktivismus im Kontext ihrer künstlerischen Praxis.

Goshka Macuga und Jordan Wolfson denken über die zentrale Rolle von Animatronic in ihrem Werk, den Zusammenhang von Simulation und Realität und die Magie der Maschine nach. Jon Rafman offenbart die literarische Inspiration als Ausgangspunkt seiner künstlerischen Recherchen in unterschiedlichen Online-Communities und spricht über den kulturellen Einfluss von Subkulturen und die Kommodifizierung des Internets.

Ein ausführliches Gespräch mit einem der relevantesten Vordenker und Theoretiker der kalifornischen Bay Area ermöglicht abschließend einen Einblick in die unmittelbaren Fragestellungen, die sich aus der Digitalisierung und der Entwicklung künstlicher Intelligenz für ein kommendes Menschen- und Körperbild ergeben. Kevin Kelly, Gründungsredakteur der Zeitschrift „Wired“, erläutert die markantesten Trends des digitalen Fortschritts und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Implikationen, mit denen sich kommende Generationen auseinandersetzen werden müssen.

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